Metropolregionen im wissenschaftlichen Diskurs
Die Prozesse der Globalisierung und die Anforderungen der Wissensökonomie haben Auswirkungen auf die räumliche Entwicklung von Metropolregionen. Metropolregionen sind Verdichtungsräume von Städten und Agglomerationen, sowie weniger verdichteten Zwischenräumen, die zusammen einen metropolitanen Wirtschafts- und Lebensraum bilden. Das wissenschaftliche Konzept der Metropolregion kombiniert verschiedene theoretische Ansätze: Manuel Castell’s Space of Flows, John Friedmann’s World Cities, Saskia Sassen’s Global Cities sowie Peter Taylor’s World City Network. Diese wissenschaftlichen Ansätze liegen unserer Forschungsarbeit zu Grunde.
Metropolregionen in der politischen Debatte
Nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht gewinnt das Konzept der Metropolregion immer mehr an Bedeutung, auch von politischer Seite wird das Thema bearbeitet. Die EU orientiert ihre raumbezogene Strukturpolitik auf der Basis eines Netzwerkes Europäischer Metropolregionen. Im Kern geht es um die Vernetzung von europäischen Teilräumen, welche die EU in ihrer Kohärenz stärken soll. Die dabei zugrunde liegende Hypothese nimmt an, dass durch ein polyzentrisches Raumentwicklungskonzept ökonomische und funktionale Integration erreicht werden kann, ohne gleichzeitig strukturell ungleiche Räume zu schaffen. Auch in der deutschen Raumordnungspolitik erlangen Metropolregionen eine zunehmende Bedeutung. Metropolregionen werden von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) als „Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung“ angesehen. Bereits 1995 wurden von der MKRO im raumordnungspolitischen Handlungsrahmen sieben deutsche Metropolregionen in ihrer Bedeutung unterstrichen. Bis 2005 sind weitere vier Metropolregionen dazugekommen.
Die Netzwerkanalyse - eine methodische Innovation
Für die empirische Erhebung wird zwischen firmeninternen und firmenexternen Verflechtungen unterschieden. Diese Verflechtungen werden auf vier räumlichen Maßstabsebenen in ihrer Intensität betrachtet: regional, national, europäisch und global. Untersucht werden die beiden zentralen Standbeine der Wissensökonomie: die wissensintensiven Dienstleistungs- sowie die High-Tech-Branchen. Der Untersuchungsraum erstreckt sich über das gesamte deutsche Territorium und schließt das grenznahe Ausland mit ein, um zusätzliche Erkenntnisse zur Intensität der Beziehungsstrukturen grenzüberschreitender Metropolregionen und urbaner Funktionalräume zu gewinnen. Der Forschungsansatz besteht darin, mittels einer Kombination von Netzwerkanalyse und Wertschöpfungskettenansatz die empirisch gewonnen Daten auszuwerten und dabei Erkenntnisse über die funktional-räumliche Hierarchie des deutschen Wirtschaftsraumes zu erhalten und visuell aufzuarbeiten.
Kontaktpersonen am Lehrstuhl
- Prof. Dr. Alain Thierstein
- Dipl. Geogr. Stefan Lüthi
