Analysieren, Visualisieren, Kommunizieren

Eine Wertschöpfungskette für die Raumentwicklung

Ausgangslage, Hypothese
Analyse, Visualisierung und Kommunikation sind bekannte Werkzeuge im Planungsprozess. Vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen der Raumentwicklung - Stichworte wie "Raumentwicklung im Verborgenen" durch funktionale Entwicklungstreiber, Maßstabsvergrößerung der räumlichen Themen und Probleme, Mehrebenenproblematik von Raumnutzungskonflikten und Planung durch freiwillige Kooperation in Muli-Level Governance Prozessen - erlangen diese Werkzeuge eine neue Bedeutung. Das führt zu der Hypothese, dass ein gezieltes und integriertes Einsetzen von Analyse, Visualisierung und Kommunikation - begriffen als Wertschöpfungskette - einen Mehrwert für die Raumentwicklung schaffen kann.

Der wesentliche Mehrwert von Analyse, Visualisierung und Kommunikation liegt einerseits in einem besseren Verstehen und Begreifen komplexer Zusammenhänge und Fragen der Raumentwicklung, wie sie sich zum Beispiel in Metropolregionen stellen, anderseits in der besseren Motivation und Koordination der beteiligten Akteure. In einem ersten Verständnis ergänzen sich die drei Bausteine der Wertschöpfungskette wie folgt: Die Analyse der funktionalen wie territorialen räumlichen Entwicklung liefert die Grundlage für die Visualisierung. Visualisierungen verhelfen einerseits zu einfacheren und vertieften Erkenntnissen für die Analyse, sie können einen Überblick verschaffen bei gleichzeitiger Darstellung von Details, Strukturen und Muster sichtbar machen, räumliche, zeitliche und kausale Zusammenhänge veranschaulichen. Anderseits bieten sie Potentiale in Bezug auf die Kommunikation durch die einfachere und motivierendere Vermittlung von Inhalten. Visualisierungen besitzen die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu binden, im Gedächtnis zu bleiben, neue Einsichten und Perspektiven zu bieten. Die Kommunikation liefert das Know-how für die zielgerichtete Vermittlung bestimmter Inhalte, sie prüft die Visualisierungen auf ihre Leistungsfähigkeit für unterschiedliche Typen von Rezipienten.
Das Zusammenwirken der drei Bausteine erfolgt in einem iterativen Prozess, in dem sich Analyse, Visualisierung und Kommunikation in vielfältiger Art und Weise gegenseitig ergänzen und befruchten.

Anwendungen, Forschungsfragen
Analyse, Visualisierung und Kommunikation haben eine strukturierende Funktion: Im Sinne einer Vollständigkeitsprüfung helfen sie, die richtigen Fragen zu den richtigen Themen zu stellen. Als analytisches Instrument unterstützen sie das Verstehen komplexer Probleme des Muli-Level-Governance, wie sie zum Beispiel in Metropolregionen bestehen. Anderseits können sie als praktisch anwendbares Instrument der Raumentwicklung diese Governance-Prozesse unterstützen.
Damit dieses möglich wird, ist einerseits die Schaffung eines konzeptionellen Rahmens und die theoretische Auseinandersetzung mit den einzelnen Bausteinen Analyse, Visualisierung, Kommunikation nötig. Anderseits gilt es, in konkreten Fällen des Multi-Level Governance, die Bausteine in ihrer Wirkung zu untersuchen und zu testen.

Projektlaufzeit
2006-2009

Ansprechpartner
Agnes Förster

 


Fakultät Architektur | TU München  Institut für Entwerfen, Stadt und Landschaft